Froschtuempel
                Froschtuempel - "Trübe Brühe, schmeckt aber!"
Nachdenkliches

Zwei-Seiten-Torheit

Da lese ich die zwei Seiten der Geschichte (hier Musikeinspielung) und denke mir hmm, hmm. Gibt es ein Weil? Hmmm, hmm und dann nicke und lächle ich. Wie doch alles ineinandergreift. Fleisch und Eisen und Stein und Holz (beispielhaft). Liebe böse Freunde!
Man kann hinsehen und lächeln, dabei kurz aufstossen oder wegsehen aus dem Fenster, auf die alten Leute mit ihren Hunden. Ich lasse täglich bestimmt mehrere Menschen verhungern, irgendwo, bestimmt. Aber ich kümmere mich auch um jemanden (bin also nicht wirklich böse). Ich weiss Bescheid. Bescheid wissen kann aber jeder. Weiss auch jeder. ich würde sogar gern glauben, wenn das nicht so lächerlich schiene. I want to believe.

Ich bin auch gebildet, ja, was machen mit der Bildung? Bildung macht doch schwindelig. Schwindelig vor Ohnmacht.
So kurz zum greifen nah ist (siehe Nichtabbildung Seifenblase). So klar, so kurz davor. Nur ankommen geht nicht (leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass). Ich werde immer schneller, ja begabt, wenn ichs bedenke (und wehe jemand sagt was anderes). "Platz" (siehe Nichtabbildung Seifenblase).
Koffeinträume das alles, rhytmisches Pochen der Schläfen, Zucken der Finger.
Zerrinnt in Zahlenkolonnen. Ist nicht vergleichbar, nur ähnlich. Papierausscheidung. Ich sollte Papier essen und mein Essen verschenken.

Gib meinem Leben einen Sinn, sage ich. Die weisse Masse sucht in der grauen Masse, dann zuckt (siehe Nichtabbildung Abbildung) und sagt:

Das wars Solo, man kann doch nicht ewig warten, es kommt da keiner. Nur du gehst. Das sagen wir dir. Du sitzt in einem Treibhaus.

Das weiss ich doch, antworte ich, die alten Leute draussen haben Pelze und die Hunde auch, das seh ich doch. 

Dann geh doch raus! Woraus?, frage ich. Kauf dir einen Hund. Ach, das ist es?

JA. Der Hund führt dich.

8.8.08 18:07


Die Handlung, die Wandlung

Die trotzige Behauptung: das Handeln offenbare den Charakter. Was ist nun ein Charakter?
 Ist es ein Unterschied, ob man liebevoll zubereitete Moral, die man dankenswerterweise kindgerecht aufgegessen hat in sich fühlt oder sich Moral als Erwachsener aneignen muss? Die Moral als Muttersprache. Das Moralgebäude ist mit vielfachen logischen Fallstricken bespannt. Vom "Das macht man eben so." bis zum "Deshalb macht man das so." ist es beim Lernen der Syntax ein Weg.

Dazwischen kommt "Ist das wirklich gut für den anderen und für mich? Warum? Warum tut es dann weh? Wieso darf ich nicht verdrängen? Werde ich manipuliert? Ist Manipulation schlecht?"
Beim nüchternen und schonungslosen Durchdenken prallt man grauenhafterweise  gegen unangenehmen Egoismus,  Feigheit und auch schwarze Monster, die vorgaben, die Realität zu sein. Das heisst auf der einen Seite sind sie hübsch, nur auf der anderen schwarz und hässlich (wer hat das gesagt?)
"Hoppla, Herr Monster!", entschuldigt man sich und verbeugt sich linkisch und zieht den steifen Zylinder gerade so, als solle etwas hineingeworfen werden.
Besser, sie alle zu entlassen, die innerern Klassenkameraden?
Ja, denn  sie sind verdorben, edle Schimmel sind sie. Sie hinterlassen Leere. Das fordert  Mut vor sich selbst und ist so seltsam, dass man sich wiederum fragt: Warum? Wieso darf ich nicht Krüppel bleiben?

Oder bin ich heil und werde zum Krüppel? Wo ist die Wahrheit? Wird mir mein Ich genommen oder wird mein Ich?  Ist am anderen Ende des Ichs das Du, das Wir oder wieder nur ein Ich und welches? Gebe ich mir etwa selbst die Hand? Aber ja doch, ich bin ja alle.

Halt, ich darf nicht alle sein. Der Imperativ hat es mir verboten.
Der innere. Da ist noch ein anderer. Die beiden kämpfen, ich bin das Schlachtfeld.  Halt nochmals. Klingt das nicht passiv? Nein, denn ich lasse kämpfen. Ich habe sie beide bezahlt. Bald bin ich alle. Bald bin ich wie alle anderen. Die Synapsen werden mir aus den Ohren herauswachsen wie Tentakel und mich mit allen Wesen verbinden. Ich werde unsere Fehler verstehen.
30.6.08 01:07


Schönes Utopien - Die Scheu - Das Wollen

Ich als nüchterner, kopfgesteuerter Analyst stehe bisweilen zausschopfen und ratlos vor der Fülle um mich.  Ein kafkaesker Versuch zum Verständnis:

An einem Bootssteg am Fluss halte ich an, knie nieder und tauche einen Finger in den Strom. Das Wasser weicht meinem Finger, umfliesst ihn. Die Trennung ist schmerzlich, ich werde traurig. Warum berührt das Wasser mein Innerstes nicht? Gedanken wandern... Weil keine Öffnung dem Element einlass gewährt?
Von dieser Idee freudeerfüllt schöpfe ich beide Hände voll und will schon trinken.
Plötzliches Grauen erfüllt mich. Was, wenn Gift darinnen wäre?
 

..........

Irgendwo gab es da mal ein Filmzitat: Die italienische Oper liebte oder hasste man. Der Protaeckist nimmt seine Damsell in being mit und wells Kitsch ist, kommt sie völlig verheult raus. Ob es ihr nicht gefallen hat?

Ich war noch nie in einer Oper. Ob Oper  mir gefällt, möchte ich bei so einer heiken Frase erst in zwanzig Markscheinen entscheiden. Bis dahin besuche ich populente Wettmahre, mit leicht gleitenden Maiden unter Seide.
Dort gibt es Korallen, die mächtigsten Stämme der Welt, und Bretter. Manchmal quiekt ein Schwein oder ein Pavian. Sie machen es. Der Pavian wird ganz rot hintenrum. Ich schweife ab. Funky tinsel.
Der Fernseher bringt es ja nicht rüber. Man muss dabei sein. Und dann sitzt man da, mit einer Tüte Eingemachtem, ist zutiefst erschüttert von soviel Makeup und kann es nicht glauben: Die Fürstin ist tot. Das kann doch nicht gut sein. So gothic ist das. Da zähle ich noch Daumen (tau-frisch-sass-die-Frau-zu-Tisch) bis ich Dust bin, Stardust (grau). Dann packt sie mich, die mitleidige halbmondwangige Moira mit ihren dicken Zöpfen, in gelbe Würfel mit selbstklebenden Fohlen, Etikett: Spätlese, leicht verdorben (schon immer). Schnittersichtig ist es zur Freude gediehen, say it again, pain! Eis schüttelt und rührt mich . Ich will die Fürstin wieder sterben sehen. Völlig verheult gehe ich nach Hause. Ob es mir nicht gefallen hat?

............

"Immer wieder mal mache ich mir Gedanken darüber, wie das, was man niederschreibt von Tag und Laune abhängt. Das ist der Fingerabdruck, den jeder Eintrag, jede Geschichte hat und, vielleicht letztendlich das, was eine Sache wirklich interessant macht. Ab und an drängt es einen, Wörter aus der Luft zu kondensieren, den Staub, den Niederschlag zwischen den Fingern zu spüren, das Greifen wollen für den gleitenden Blick anzuziehen, dass er baden geht, schmatzt, sich beschmiert und Spielzeuge baut aus dem feinen süssen Brei, den schroffen Steinen und dürren Stöcken, den bitteren Pillen, den gestreiften Morgenmänteln und den glänzenden Kastanien, frisch aus der Schale."

Diesem schamlosen Selbstzitat folgt das protzige Vakuum, dass jeder billige Tastenklepper kennt, er hat eine grosse Ahnung, ein Gefühl, aber das Fassenlernen endet in schlechten Kopien, es tut weh, er schreit, er wird alt. Verzweifelt klammert er sich an die paar Blätter, entblösst sie unterm Mantel wie ein Exhibitionist, das Desinteresse wiehert und schüttelt den Kopf: schon wieder so einer. Der Klepper spannt die Texte auf Rahmen, die Leinwänder reissen und reparieren sollen es Glitzersteine, die die Kittmasse verblenden. Er weiss, er will es besser, Texte sind keine Abgüsse, sondern filigrane Uhrwerke. Es gibt auch diese billigen Uhrwerke aus Plastik für Kinder. Die funktionieren auch. Man kann sie ganz leicht zusammenschrauben. Aber es muss ja unbedingt eine Seamaster sein. Noch vor der Zeit, vor der Zeit. ..... Als Kind habe ich einen Selbstversuch gestartet, der mir ein für alle Mal zeigen sollte, ob es Magie gibt oder nicht. Ich stellte ein Glas Wasser auf den Tisch, setzte mich hin und starrte es finster und eindringlich an. "FALL UM!", zischte ich. Als das nicht funktionierte, musste ich mit dem Fuss leider nachhelfen.
5.3.08 16:32


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