Froschtuempel
                Froschtuempel - "Trübe Brühe, schmeckt aber!"
Kommissar Blindschleiche

Es fand die blinde Schleiche
im Walde eine Leiche.
Unter einer Kiefer,
ganz nah beim Schienenstrang.
Nach kurzer Investigation
und Leibesvisitisation,
dem neugiergem Reptil ein tiefer
Seufzer sich entrang,
"Ach, den Täter gält's zu finden!
Was musste ich denn nur erblinden?"

20.2.09 10:44


Intercom 1 (Scifi)

1.

Liebes elektronisches Tagebuch. Dass sich unsere Art zu leben zu der vor vielleicht 30 Jahren grundlegend verändert hat ist kein Wunder und schon Generationen vor uns geschehen. Und doch, nur wenige Erfindungen haben das Bewusstsein der Menschheit so intensiv geprägt und verändert wie die Kommunikationsapparaturen. Angefangen von der Postkutsche über den Buchdruck, Telegrafen, rundfunk, Fernsehen und Telefon und weltweites Netz bishin eben zu jener kleinen praktischen sache, die allgemein als Intercom bezeichnet wird,  ohne auf Hersteller einzugehen. Nicht zu verwechseln mit den altmodischen Interkommunikationsapparaten selben Namens, aber sie werden in ihrer Funktion dem Begriff vollständig gerecht. Alle diese Dinge haben das wissen der Menschen umeinander bereichert, aber so auch schrittweise, das unabhängige Individuum oder bessser unabhängige Individuengruppen im kleineren Masstab immer unmöglicher gemacht.

Und dieses Intercom eben, liebes ET, denke ich, ist in seinen fortschreitenden Entwicklungsstufen möglicherweise in der Lage, den Status des Individuums an sich komplett aufzuheben und uns zu einer kollektiven Intelligenz zu formen. Alle Hersteller sicher würden das bestreiten und den spaß und die einfachheit der Kommunikation loben, ohne umständliche Tastaturen, Hörer oder Bildschirme immerhin, alles klein, alles praktisch, alles am Körper.

Und doch, möchte ich hier anhand ein paar kleiner seltsam alltäglicher Beispiele und Vorfälle schildern, wie verrückt diese Zeit geworden ist durch das Intercom und was uns möglicherweise erwartet.

Doch vorab ein paar technische Details. Die Komponenten des Intercom sind von ihren Grundbausteinen schon länger bekannt. Alles begann mit Sachen wie Datenbrille, -handschuh, Headsets und Knopflochkameras (Peripherie) und Mikrocomputern, die sich aus PDAs und Mobiltelefonen weiterentwickelt hatten. Im Prinzip kann man diesen altmodischen Aufbau auch noch heute nachverfolgen, allerdings ist alles viel kompakter, es gibt eine Datenbrille mit Gehörsöpsel, das Mikrofon und die Kamera sind integriert. Datenhandschuhe, die sinnliche erfahrungen weitergeben, aber auch als Buchstabeneingabegerät genutzt werden können, haben auch ihre Freunde, genau so wie komplette Datenanzüge. Bei Intercombenutzern gibt es inzwischen zwei Fraktionen, die extern- und die halbintern-User.

Die Halbinternuser haben  Kehlkopf- und Gehörimplantate, die ihnen einiges erleichtern. Und wie es aussieht, ist das der Trend. Augenimplantate allerdings sind, im gegensatz zu den anderen, eine irre komplizierte Sache mit hoher Komplikationsrate und fragwürdigen Ergebnissen. Das ist eher was für Freaks, wenn du meine ehrliche Meinung hören willst,
Blinde können freilich von diesen technologischen Entwicklungen ihren nutzen ziehen.

In der visuellen Kategorie scheinen sich jedenfalls elektronische Kontaktlinsen für die normal Sehenden langsam durchzusetzen. Die haben zwar noch keine Kamerafunktion, aber hey, das Bild ist einfach viel besser.

Den Computer inklusive holographischem Speicher an sich, der sich wie eh und jeh per Funk mit dem weltweiten Netz verbindet, kann man in jeder Form von Körperschmuck erwerben, als Halskette oder Ring oder für die Schrägen auch als Piercing.

23.2.09 16:09





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