Froschtuempel
                Froschtuempel - "Trübe Brühe, schmeckt aber!"
Winter

Der Winter legt den Schnee in Wehen, ans Fenster wird er Blumen sähen.
Der armen Ent' im frost'gen Weiher ist das Treiben nicht geheuer.
Das Wasserloch, in dem sie hängt, wird tagtäglich eingeengt.
Schnee ist Hydronol in Flocken, oder Kohlensäure, trocken.
Doch wenn die vom Himmel fällt, sieht es schlecht aus mit der Welt.
Im Keller zwischen Zeitungsrestern finden wir den Schnee von gestern.
Kalt ists, grau ists, alles wartet, wann der Klimawandel startet.
Märzenbecher, Storchgeklapper und der Stoff wird wieder knapper.
Sonnenstrahlen, grüne Wiesen, und Allergiker, die niesen.

11.2.07 18:12


Krokus

Durch das Erdenreich behände schiebt die Faser sich ohn Ende
Aus der Zwiebel und trifft gleich auf den Phasengrenzbereich
Und da wird es endlich lichte, wenn auch noch der Schnee als dichte,
fest gefügte Matte wehrt, unlang bleibt der Weg versperrt.
Weil die Sonnenstrahl'n die kecken an der Oberfläche lecken.
Sich durch die Kristalle buddeln, um den bleichen Keim zu knuddeln.
Der reckt Blättchen, eins, dann zwei, und ergrünt vor Freud dabei
Schenkt als Pflanze seinem Retter einen Kelch voll Blütenblätter.
So wie dieser Keim befreit, ist der Mensch zur Frühlingzeit.
In des Winters eisg'en Schränken lagern Mengen finstres Denken.
Doch die schmelzen in der Sonne schnell dahin und voller Wonne,
qietschvergnügt und guter Dinge spieln im Bauch die Schmetterlinge.
11.2.07 18:19


Haiku

Auf meinem Finger,
Silber unter rotem Lack.
Ein Marienkäfer.

Ein Haufen Herbstlaub.
Unter Winters eisger Hand,
Des Igels Hülle.

Grimmig kaltes Blau
Die Nadel folgt dem Eisen,
Der Weg den Rissen.
 

11.2.07 18:30


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