Froschtuempel
                Froschtuempel - .......................................!
Jugendsünde

War einst ein Marionettenmann, hing an seinen Zwirnen dran. Den Lenker suchen er getraut, ach hat da nur ein Kind erschaut.
Wenn ich keine Fäden hätt, grübelte der Marionett, wär jeder Tag voll Sonnenschein und ich trüg mein Kreuz allein.
Könnte eigne Zügel lenken von Leuten, die nicht selber denken. Riss sich los, doch seine Achsen warn der Schwerkraft nicht gewachsen.
Er fiel hin mit lautem Krachen auf den Boden der Tatsachen. Jetzt nur weiter, ganz allmählich, dachte sich der Holzkopf fröhlich.
Lernt nun laufen Tag für Tag, ein famoser Menschenschlag. Moral: Komm schon Kind sei nicht bescheuert, denn sonst wirst du ferngesteuert!

31.3.12 10:42




Bild - Spiegelbild (Repost)

Ob man sich selbst noch im Spiegel anschauen könne, wird der eine oder andere ab und an gefragt. Darin kommt schon die irreführende Doppeldeutigkeit des Wortes Spiegel und des Wortes Bild zum Ausdruck. Das physikalische Spiegelbild bringt ja wenig von dem herüber, was man eigentlich gerne betrachten würde oder sollte. Da sieht man nur eine mehr oder weniger symmetrische Fläche Haut und ein bisschen drumherum, ein Paar Öffnungen, Augen. Das blödeste sind die Augen, weil es seltsam ist, etwas zu betrachten, durch das man betrachtet. Aber was besonderes gibts da eigentlich nicht. Es gilt, die Materie in Schuss zu halten, den Apatit, die Epidermis und das wildwuchernde Keratin. Deswegen guckt man da morgens rein, in den Spiegel.
Manchmal ist es so fremd, die Oberfläche, die wir da sehen, dass man erwartet, es rede selbstständig mit einem, so wie man manchmal auch versucht, über den eigenen Schatten zu springen.
Das andere, was man manchmal im Spiegel sehen möchte, aber nicht kann, ist das Ich. Schön, wenn man das auch begriffen hat. Das Gesicht ist eher so etwas wie eine Nationalflagge oder ein Reklameschild.

Das erste, was man merkt, wenn man sein inneres Ich bildlich darstellen will ist, dass es nicht einheitlich ist, da ist das Monster, der Clown, die Frau, der Mann, die Mutter, Vater und alle die Rollen halt. Für manche von denen Typen schämt man sich manchmal und dann entfremdet man sich von sich selber, man mag sich nicht mehr. Und dann fragt man sich: Wer ist das da, im Spiegel? Es ist laut Klassifizierung ein Mensch. Ob ich oder Sie das wirklich sind, ist eine sehr ernste und profunde Frage. Schon morgen könnte sich ein anderer in ihrem Spiegelbild wiedererkennen. Was machen Sie dann?

5.9.10 15:18


Fraktale Dekonstruktion (Repost)

Heute geht es weiter in den Kaninchenbau, oh Freunde. 
Menschliche Gedanken sind fraktaler Natur. Sie sind selbstähnlich, unendlich und man jagt ihnen hinterher bis hin zur Vergrösserung der Vergrösserung der Vergrösserung (einer Kopie einer Kopie). Wer je Fraktalprogramme benutzt hat, weiss, was ich meine. Der Verstand kennt keine Atome, ist nicht auf die Abzählbarkeit der physischen Welt angewiesen (schliesslich konnte er ja nichts davon wissen). Ist man gefangen im Fraktal, nützt es nichts, "auf der Schulter von Giganten" zu stehen, Grösse spielt da eine relative Rolle. Aber man muss den Mut haben, stehen zu bleiben und hinabzuschauen, ja schwieriger noch hinauf, denn jede Ebene ist recht und gut, wenn man erkennen will, dass man in keine Richtung entrinnen kann, solange man sich nach den Gesetzen des irren Gartens bewegt. Und wie kommt man aus einem Irrgarten heraus? Richtig, man muss Löcher durch die Hecken schneiden.
Ein Fraktal hat eine gebrochene Dimension, ist etwas knäuel-, schwamm- oder ornamentartiges. Es versucht, eine bestimmte Fläche oder Raum auszufüllen. Dieser Raum kann, Ebene für Ebene, grobschlächtig mit Pfählen abgesteckt werden. So machen es die formalistischen Optimisten.
Und so macht es die atomare "Realität". Ob in dieser Approximation Wahrheit liegt, ist irrelevant, denn die Wahrheit ist möglicherweise genau jener seltsame Attraktor, dem es zu entkommen gilt. Mit diesen Pfählen nun haben sie Koordinaten und Abstände und können schauen, wie gross ihr Gigant wirklich ist.

5.9.10 15:17


 [eine Seite weiter]


Counter


Kurzgeschichten, Gedichte und mehr bei
e-Stories.de

Gratis bloggen bei
myblog.de